Kurz gesagt: Prüfe zuerst die veröffentlichte Zielseite und ihren aktuellen Link. Betrifft es viele vorhandene Unterseiten, kontrolliere die bestehende Permalink-Einstellung und die Serverregeln. Alte URLs bekommen nur dann eine Weiterleitung, wenn es ein wirklich passendes neues Ziel gibt.
Bevor du anfängst
- Betroffene URL direkt öffnen und mit dem Link aus dem veröffentlichten Beitrag vergleichen.
- Prüfen, ob nur eine Seite, ein Inhaltstyp oder alle Unterseiten betroffen sind.
- Letzte Änderungen an Slugs, Permalinks, Weiterleitungen oder Hosting notieren.
1. Unterscheide einen fehlenden Inhalt von einem Verbindungsproblem
Ein 404 ist eine Antwort auf eine angefragte Adresse: Unter dieser Adresse wurde kein passender Inhalt gefunden. Wenn der Browser schon die Domain nicht erreicht oder eine Zertifikatswarnung zeigt, ist das ein anderer Fehler. Auch eine Seite mit der Überschrift „Nicht gefunden“ kann technisch den falschen Status senden. Für eine genaue Prüfung lässt sich die Antwort im Netzwerkbereich der Browser-Entwicklerwerkzeuge ansehen.
Beginne mit einer kleinen Liste konkreter Beispiele: eine funktionierende Seite, eine betroffene Seite und gegebenenfalls ein betroffenes Bild. So erkennst du Muster. Sind ausschließlich Produkte betroffen, ist eine andere Ursache denkbar als bei sämtlichen Beiträgen und Seiten. Ein Fehler bei einem Bildpfad wird außerdem nicht automatisch durch die Permalink-Einstellung von Beiträgen behoben.
2. Bei einer einzelnen Seite: Adresse und Veröffentlichung prüfen
Öffne den Inhalt im WordPress-Backend und kontrolliere seinen Status. Ist er veröffentlicht, als Entwurf gespeichert, privat oder im Papierkorb? Nutze anschließend den dort angezeigten öffentlichen Link und teste ihn abgemeldet. Eine Vorschau, die du als Administrator sehen kannst, ist nicht automatisch eine für Besucher erreichbare Seite.
Vergleiche den aktuellen Link Zeichen für Zeichen mit dem fehlerhaften. Wurde der Slug, eine übergeordnete Seite oder die Kategorie in einer entsprechenden URL-Struktur geändert? Enthält ein Menü oder ein externer Link noch die alte Adresse? Korrigiere zuerst deine eigenen internen Verweise. Eine einmal kopierte alte Adresse aktualisiert sich nicht in jedem Text, Button oder externen Verzeichnis automatisch.
- Aktuelle URL funktioniert: alte Verweise korrigieren und eine passende Weiterleitung prüfen.
- Nur angemeldet erreichbar: Veröffentlichungsstatus und Zugriffsbeschränkungen prüfen.
- Inhalt fehlt tatsächlich: entscheiden, ob er wiederhergestellt oder bewusst entfernt bleiben soll.
3. Wenn viele Unterseiten betroffen sind: bestehende Permalinks prüfen
Funktioniert die Startseite, während zahlreiche vorhandene Beiträge 404 liefern, ist die Verarbeitung sprechender URLs ein wichtiger Prüfpunkt. Öffne „Einstellungen → Permalinks“ und notiere zunächst die aktuell gewählte Struktur. Sichere bei einer klassischen Apache-Installation außerdem die vorhandene .htaccess-Datei, bevor Regeln neu geschrieben werden.
Ein erneutes Speichern der unveränderten Permalink-Einstellung kann WordPress-Regeln neu aufbauen. Ändere dabei nicht probeweise die URL-Struktur der gesamten Website. Das würde zusätzliche alte Links erzeugen und macht die Diagnose unklarer. Teste anschließend genau deine zuvor notierten Beispielseiten. Bleibt der Fehler bestehen, ist der nächste Schritt eine Prüfung der Serverkonfiguration.
Sind nur Inhalte eines Plugins betroffen, etwa Veranstaltungen oder bestimmte Produkte, prüfe zusätzlich, ob die betreffende Erweiterung aktiv ist. Solche Inhaltstypen benötigen ihre Registrierung und passende Regeln. Auch kollidierende URL-Basen können eine Rolle spielen; eine beliebige Umbenennung auf der laufenden Website ist dafür keine gute Erstmaßnahme.
- Aktuelle Einstellung festhalten Öffne im linken WordPress-Menü „Einstellungen → Permalinks“. Fotografiere oder notiere die gewählte Struktur sowie ausgefüllte Kategorie- und Schlagwort-Basen. Wähle keine andere Option und ändere keinen Wert.
- Unverändert speichern Scrolle nach unten und klicke „Änderungen speichern“. Zeigt WordPress danach einen Hinweis, dass die .htaccess nicht geschrieben werden konnte, halte den Wortlaut fest. Setze Dateirechte nicht pauschal auf 777.
- Zwei bekannte Unterseiten prüfen Öffne die vorher betroffenen Adressen in einem privaten Browserfenster. Sind sie erreichbar, teste noch Menü und interne Links. Bleiben sie bei 404, lass die serverseitige Weitergabe an WordPress prüfen; wiederholtes Speichern oder eine neue URL-Struktur hilft dann nicht zwingend.
4. Nach einem Umzug die richtigen Serverregeln kontrollieren
WordPress und Webserver müssen gemeinsam wissen, wie eine Adresse an die Anwendung übergeben wird. Bei Apache kann die .htaccess im WordPress-Verzeichnis beteiligt sein. Eine reine Nginx-Konfiguration liest diese Datei nicht; ihre Weitergabe-Regeln müssen in der Serverkonfiguration eingerichtet werden. Das Speichern der WordPress-Permalinks schreibt diese Nginx-Konfiguration nicht um.
Teile dem Hoster mit, dass die Startseite erreichbar ist, vorhandene Unterseiten aber 404 liefern, und nenne zwei konkrete URLs. Erwähne, ob WordPress in einem Unterverzeichnis liegt oder es sich um ein Multisite-Netzwerk handelt. Diese Unterschiede beeinflussen die benötigten Regeln. Ersetze eine vorhandene .htaccess nicht vollständig durch einen beliebigen Standardblock: Darin können wichtige Schutz- und Weiterleitungsregeln stehen.
Konkrete Nachricht an den Hoster: „Die Startseite lädt. Diese zwei veröffentlichten Unterseiten liefern 404: [Adressen]. Ich habe die bestehenden Permalinks unverändert gespeichert. Bitte prüfen Sie für diese Domain, ob die Rewrite-Regeln greifen und nicht vorhandene Dateipfade korrekt an die WordPress-index.php weitergegeben werden.“ Ergänze gegebenenfalls das Installations-Unterverzeichnis.
5. Alte Adressen gezielt weiterleiten
Wurde ein Inhalt dauerhaft an eine neue Adresse verschoben, kann die alte URL direkt auf den passenden Nachfolger weiterleiten. Erstelle dafür eine Zuordnung aus alter und neuer Adresse. Das Ziel sollte den gleichen Zweck erfüllen: Eine Anleitung zur Passwortänderung gehört zu ihrer überarbeiteten Fassung, nicht pauschal auf die Startseite.
Teste die alte Adresse nach dem Einrichten und kontrolliere, dass sie ohne Umwege am richtigen Ziel endet. Prüfe auch ähnliche Adressen, damit eine zu breite Regel nicht ungewollt andere Seiten erfasst. Wenn kein sinnvoller Ersatz existiert, darf eine gelöschte Seite weiterhin einen echten 404-Status liefern. Eine verständliche Fehlerseite mit Navigation hilft Besuchern dann bei der Orientierung.
Nicht jeden 404 auf die Startseite schicken: Eine solche Sammelweiterleitung verschleiert kaputte interne Links und führt Besucher oft an ein unpassendes Ziel. Entscheide pro Inhalt, ob Wiederherstellung, konkrete Weiterleitung oder eine echte Fehlerseite richtig ist.
6. Die Reparatur dort prüfen, wo Besucher einsteigen
Teste neben dem direkten Aufruf auch Menülinks, Buttons, Suchergebnisse innerhalb der Website und wichtige extern verlinkte Adressen. Wenn du eine Weiterleitung eingerichtet hast, aktualisiere trotzdem deine eigenen Links auf das endgültige Ziel. Prüfe, ob die Sitemap noch veraltete Adressen enthält und ob veröffentlichte Inhalte unter ihrer vorgesehenen Adresse erreichbar sind.
Einzelne zufällige 404-Aufrufe in einem Protokoll sind noch kein Beweis für einen großen Defekt; Bots probieren auch nicht existente Pfade aus. Priorisiere echte Besucherwege und wichtige Inhalte. Für Unterstützung helfen Beispiel-URLs, das Muster der Ausfälle und die letzte Änderung. So lässt sich ein Linkproblem von einer fehlerhaften Servereinrichtung trennen.
Häufige Fragen
Warum funktioniert die Startseite, aber keine Unterseite?
Die Startseite kann direkt aufgerufen werden, während Unterseiten zusätzliche URL-Regeln benötigen. Nach einem Umzug oder einer Konfigurationsänderung sind deshalb Permalinks und Webserverregeln wichtige Prüfstellen. Das Muster ist ein Hinweis, aber noch kein Beweis für eine bestimmte Datei.
Soll ich die Permalink-Struktur ändern?
Für eine Reparatur zunächst nicht. Notiere die bestehende Einstellung und prüfe sie unverändert. Eine andere Struktur verändert die Adressen zahlreicher Inhalte und erfordert eine geplante Weiterleitung der alten URLs.
Ist jeder 404 schlecht für meine Website?
Eine absichtlich entfernte Adresse ohne passenden Ersatz darf einen 404 liefern. Problematisch für Besucher sind vor allem kaputte Links zu Inhalten, die eigentlich verfügbar sein sollen. Kümmere dich zuerst um diese Verbindungen und um eine hilfreiche Fehlerseite.
Kann ein Cache den Fehler weiterhin anzeigen?
Ja, eine zwischengespeicherte Fehlerantwort kann eine bereits korrigierte Seite verdecken. Prüfe nach der eigentlichen Reparatur die betroffenen Cache-Ebenen und leere gezielt die relevanten Einträge. Ohne behobene Ursache erzeugt die Website den Fehler sonst erneut.